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5 Juli, 2014 - 11:43
 

Alte Kinderspiele neu entdecken – Spiele für drinnen und draußen

Kinder spielen heute anders als noch vor 30 Jahren. Die Zeiten haben sich geändert, und mit ihnen auch die Spiele bzw. die Art zu spielen. Zweifellos bestimmen Bildschirmspiele das Leben der heutigen Kinder. Ob auf PC, Laptop, Konsole, Fernseher oder dem iPad – gespielt wird vornehmlich vor dem Monitor. Doch es gibt eine ganze Reihe alter Kinderspiele, die durchaus gut bei Kindern ankommen – wenn sie denn davon wissen. 

© Warren Goldswain - Fotolia.com

Rausgehen zum Spielen? Es mag fast verrückt klingen, aber zum normalen Alltag von Kindern gehört diese Vorstellung heute nicht mehr unbedingt. Kein Wunder, gerade bei Sonnenschein lässt sich ja kaum noch erkennen, was das iPad zu bieten hat, das Licht spiegelt sich störend. Wer will da schon nach draußen? Die Tatsache, dass Kinder im Freien auch Spiele spielen können, die richtig Spaß machen, erschließt sich erst, wenn man es einmal probiert hat. 

 

Spielen zwischen Schule und Freizeit

Es klingt schon etwas absurd, wenn man sich vorstellt, dass die Zeit für Kinderspiele begrenzt ist, schließlich soll dafür doch die Freizeit da sein. Aber genau die ist heutzutage oft genauso verplant wie der ganze restliche Alltag. Morgens Kindergarten oder Schule, nachmittags Leistungskurse, Arbeitsgruppen oder Nachhilfeunterricht. Wenn das alles erledigt ist, folgen die festen Termine der Woche. Drei davon sind in der modernen Zeit keine Seltenheit. Sportverein, Musikunterricht oder Ballett gehören zu einem gut organisierten Kinderleben einfach dazu. Was folgt, sind oft ausgiebige Freizeittouren mit den Eltern, meist am Wochenende. Da wird der Tier- oder Freizeitpark besucht, es wird zum Shoppen gefahren oder der neuste Blockbuster im Kino geguckt. Wann in alles in der Welt soll denn da noch Zeit für die Kinderspiele bleiben, die vor scheinbaren Urzeiten einen wesentlichen Teil der Freizeit ausgemacht haben? Die Frage ist berechtigt und kann nur mit einem „stattdessen“ beantwortet werden. Hin und wieder kann es seinen Reiz haben, auf den „ganz großen Kick“ zu verzichten und einfach zu spielen. Einfache Spiele zu spielen.

 

Spiele für draußen

Versteck spielen, man glaubt es kaum, ist etwas, das Kinder lieben. Auch die, die mit Internet und Rund-um-die-Uhr-Fernsehen aufwachsen. Es macht Kindern einfach Spaß, sich „unsichtbar“ zu machen oder jemanden zu finden, der sich vor ihnen versteckt. Probieren Sie es einmal aus, Sie werden überrascht sein, wie gut der Klassiker unter den Kinderspielen ankommt. Doch es gibt natürlich noch zahlreiche andere Spiele vergangener Zeiten, die leicht wieder entfacht werden können:

  • Schattenfangen
  • Bäumchen, wechsel Dich
  • Fährmann, wie tief ist das Wasser?
  • Katz und Maus
  • Zucker und Salz
  • Himmel und Hölle

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ballspiele, die sich für kleine oder größere Kindergruppen anbieten:

  • Ball an die Wand
  • Ball über die Schnur
  • Klatschball
  • Völkerball

Kaum für möglich mag man halten, dass auch Spiele wie Topfschlagen, Bocksprung oder Gummitwist noch Kinder aus der Reserve locken können. Aber sie können! Besonders Gummitwist bietet so viele Möglichkeiten, dass Kinder (zugegeben: meist Mädchen, manche Dinge ändern sich eben doch nicht) Zeit und Raum vergessen, wenn Sie komplizierte Figuren ausprobieren. Der Gedanke an Fernsehen oder den Computer ist in solchen Momenten tatsächlich völlig ausgeblendet. 

 

Spiele für drinnen

„Mensch ärgere Dich nicht“, „Malefiz“ oder auch „Mühle“ und „Dame“ - diese Spiele sind zwar schon recht alt, trotzdem kennt sie irgendwie noch jeder. Spätestens bei „Malefiz“ ist jedoch bei den meisten Kindern Schluss, das sagt ihnen nichts mehr. Brettspiele sind vielleicht nicht modern, sie verzaubern aber die ganze Familie und lassen ein schönes Gefühl der Gemeinschaft entstehen. Und auch wenn das Schachspielen scheinbar eine aussterbende Spieleart ist, es gibt doch Kinder, die Spaß an diesem Strategiespiel entwickeln. Und das, obwohl anscheinend nicht viel passiert und es deutlich länger dauert als eine halbe Stunde. 

Auch in der Wohnung oder dem Haus kann man übrigens Bewegungsspiele spielen (wobei Schach natürlich nicht dazu gehört), zum Beispiel:

  • Die Reise nach Jerusalem
  • Der Plumpsack geht um
  • Es geht ein Bi- Ba- Butzelmann
  • Taler, Du musst wandern
  • Katz und Maus
  • Der Schwarze Mann

Nun kann man zwar kritisch anmerken, dass ein Kinderspiel mit dem Namen „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ heute nicht mehr zeitgemäß und möglicherweise politisch nicht ganz korrekt ist. Aber hier ist dann eben die Kreativität der Eltern gefragt. Man kann den Reiz des Spieles erhalten, es ein wenig umgestalten und umbenennen und mit Kindern seinen Spaß haben. 

 

Nicht entweder oder, sondern „und“

Es geht nicht darum, alte Kinderspiele besser zu stellen als neue Freizeitgestaltung. Es kann auch nicht darum gehen, alles Neue zu verdammen und zu unterstellen, es würde negativen Einfluss auf die Kinder nehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Man darf nicht vergessen, dass zum Entwicklungsprozess der Kinder von heute Bildschirmaktivitäten ganz selbstverständlich dazugehören. Und dass diese auch für das spätere Schul- und Berufsleben von Bedeutung sind. Aber sich hin und wieder auf Spiele zu besinnen, die früher einmal viel Freude gemacht haben, kann auch nicht schaden. Entscheidend ist letztlich, dass Kinder Spaß haben und nach Möglichkeit etwas lernen, wenn Sie spielen und sich weiterentwickeln können. Das gilt für geistige und körperliche Fähigkeiten. Manchmal muss dieser pädagogische Ansatz aber auch gar nicht sein. Dann reicht es völlig aus, einfach nur Spaß zu haben. 

 

Genauere Anleitungen zu unterschiedlichen Kinderspielen gibt es hier: http://www.kidsvital.de/images/stories/infothek/Kids%20Vital_Spielekartei_Alte%20Kinderspiele.pdf 

 

 

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